Mobile-Teaching bedeutet die Verwendung mobiler Endgeräte wie Smartphone, Tablet, Laptop, Notebook … bietet dem Lehrenden während des Unterrichts die Möglichkeit sich frei im Klassraum zu bewegen und den Lernenden die Möglichkeit zu jeder Zeit an jedem Ort zu lernen / arbeiten.
Mobile-Teaching bedeutet nicht: Unterricht mit dem World Wide Web oder Nutzung einer Internetverbindung! Dieses kann aber problemlos in den Unterricht integriert werden.

Das Internet kann Teil des digitalen Unterrichts sein, sollte aber nicht dessen Kern oder gar technische Vorraussetzung sein

Mobile Endgeräte?

Derzeit benutze Ich und auch die Lernenden das eigene, private Smartphone. Gerne können aber auch Tablet & Co. verwenden werden. Ich benutze ganz bewusst ein Smartphone, da ich mich so weit wie möglich “verkleinern” wollte, den Umgang und die Möglichkeiten selber erlernen wollte und den Lernenden mit Vorbild zeigen möchte – dass es geht. Bei den Lernenden läuft es nach dem Prinzip BYOD (Bring Your Own Device), da diese meiner Erfahrung nach ausnahmslos ein Smartphone besitzen, diese bedienen können und dessen vielfältigen Möglichkeiten und praktischen Nutzen sie kennen-lernen sollen.

… und das funktioniert.

Die Ziele

Bei der Entwicklung dieses Konzeptes standen folgende Punkte im Fokus

Keine Änderung des Lehrstils – der Unterricht an sich, die Konzeption und Planung, soll so bleiben wie er ist. Der eigene Unterricht sowie Arbeitsblätter & Co sollen lediglich digitalisiert werden. Die wenigsten Lehrenden können oder möchten ihren persönlichen, eigenen Stil zu Unterrichten ändern, um sich einem digitalen Konzept anzupassen.
Es soll die Möglichkeit bestehen, vollständig auf Papier und Kopien zu verzichten. Das gilt besoders für den Lehrenden - der Lehrende soll sich vollständig digitalisieren können.

Dennoch soll das Konzept so flexibel sein, dass Papier, wie z.B. vorhandene Bücher und Arbeitshefte problemlos genutz werden können und alles darüber hinausgehende, zusätzliche Material des Lehrenden digitalisiert vorliegt.

Das Konzept soll so einfach und unkompliziert sein, dass es den derzeitigen Unterricht vollständig ersetzen kann.

Jede einzelne Unterrichtsstunde soll digital sein.

Spezelle Softwarepakete (Lehrsoftware) dürfen nicht Basis des Konzepts sein, da diese nicht für alle Unterrichtsfächer und Thematiken zu Verfügung stehen und diese i.d.R. kostenpflichtig sind. Dadurch würden lediglich Teile des Unterrichts digital ermöglicht werden, der eigene/selbst erstellte Unterricht wäre nicht betroffen und der Lehrende müsste sich den diversen Softwarepaketen anpassen.

Der Einsatz solcher Softwarepakete können dennoch sinnvoll sein und den Unterricht hervorragend ergänzen, sollen aber unabhängig von dem zu entwickelnden Konzepz sein.

Keine Risiken bei Datenschutz eingehen.

Das Konzept muss ohne die Speicherung oder Verarbeitung von personenbezgogenen Daten realisierbar sein.

Das Konzept muss mobile Endgeräte verwenden, da ansonsten alle Klassenräume ähnlich wie PC/EDV Räume ausgestattet sein müssten. Zusätzlich müssen die Lernenden ihre Geräte und die Unterrichtsinhalte auch ausserhalb des Klassenraums nutzen können. Weiterer Vorteil typischer mobiler Endgeräte wie Smartphone und Tablet & Co. ist die Leistungsfähigkeit und Nutzungsvielfalt.
Alle mobilen Endgeräte müssen nutzbar/verwendbar sein.

Das heißt, unabhängig vom verwendeten Betriebssystem wie Android, IOS oder Windows muss das Konzept "funktionieren".

Es sollte so wenig wie möglich digitale Infrastruktur der Schule verwendet werden. Damit sind gemeint:
  • W-LAN, da nicht flächendeckend vorhanden
  • Internet, zur Vermeidung von Bandbreitenproblemen
  • PC's, nicht in ausreichender Anzahl vorhanden
  • Netzwerkstrukturen, nicht flächendeckend vorhanden
Ausserdem:
  • Je weniger "fremde" Technik ich nutze, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines Problems/Ausfalls.
  • Je mehr "eigene" Technik ich nutze, desto geringer ist meine Abhängigkeit - Ich habe die Kontrolle!
Besonders bei den Lernenden sollen keine Kosten entstehen.

Die Umsetzung

Diese gliedert sich in die 3 Schritte Vorbereitung der Unterrichtsmaterialien , z.B. Arbeitsblätter, das Austeilen der Unterrichtsmaterialien an die Lernenden, und deren anschließende Bearbeitung durch die Lernenden.

Unterrichtsmaterialien, wie z.B. Arbeitsblätter werden wie gewohnt am PC erstellt. Um diese plattformübergreifen verwendbar zu machen, werden diese anschließend als PDF-Dokument (Portable Document Format) exportiert. Das geht bei Microsoft Word z.B. über die Druckfunktion. Um den Lernenden aber möglichst hohen Komfort und „Spaß“ bei der Bearbeitung der PDF’s zu bieten, ist die Erstellung von PDF-Formularen zu favorisieren. Dies geht einfach und kostenfrei mit Open Source Software wie z.B. Apache OpenOffice oder LibreOffice. Die so erstellten Arbeitsblätter (und Lösungen), sowie weitere Unterrichtsmaterialien (Fachbücher, Fachtexte, Bilder, Audio-/Video-Dateien) werden anschließend auf das mobile Arbeitsgerät (z.B. Smartphone) übertragen. Beispiel PDF (bitte mit einem PDF Viewer/Programm öffnen, z.B. Adopbe Acrobat)
Die Lehrenden
müssen ihre Unterrichtsmaterialien (Dateien) vom eigenen Arbeitsgerät, also z.B. dem Smartphone, an die Lernenden verteilen. Dafür gibt sicherlich eine Vielzahl von Möglichkeiten (USB-Stick, Kabelverbindung, E-Mail, Bluetooth, ...). Notwendig hier, ist aber eine einfache, schnelle und Internetunabhängige Methode (siehe Ziele) Methode, die die Unterrichtsmaterialien an allen Lernenden gleichzeitig verteilt - und das geht mit einem FTP-Server über W-LAN.
Keine Angst, das hört sich jetzt deutlich komplizierter an, als es ist.
FTP-Server gibt es reichlich als kostenlose und leicht zu bedienen Apps (z.B. Google Playstore). Einmal installiert, muss lediglich der Ordner im Dateisystem ausgewählt werden, in dem sich die Unterrichtsmaterialien befinden ... Server starten - Fertig!
Falls kein W-LAN zur Verfügung steht, oder das vorhandene W-LAN diese Funktion unterbindet (Fragen Sie Ihren Systemadministrator) besteht die Möglichkeit ein "eigenes" kleines W-LAN zu erzeugen. Und auch das hört sich jetzt deutlich komplizierter an, als es ist.
Ich verwende dafür einen mobilen W-LAN Router (tp-link TL-MR3020), welchen ich mit in den Unterricht binge. Eine FRITZ!Box würde aber genauso gehen. Wird der Router mit der Steckdose verbunden, erzeugt er automatisch mein "eigenes" kleines W-LAN. Das eigenes Arbeitsgerät, z.B. Smartphone, und Geräte der Lernende mit den W-LAN verbinden, und der Datenaustausch kann beginnen.
Die Lernenden
öffnen einen Internetbrowser auf ihrem Gerät (Chrome, Firefox, Edge, Safari, ...), tippen in die Adresszeile des Browser stattdes üblichen www.mobile-teaching.de, jetzt z.B. ftp://192.169.1.100:2121. Das ist in diesem Fall die Adresse meines Smartphones auf dem der FTP-Server läuft. Diese Adresse wird nach dem Starten des FTP-Servers groß und deutlich angezeigt. Die Schüler befinden sich nun im freigegebnen Ordner auf dem Arbeitsgerät (Smartphone) und können die dort befindlichen Dateien herunterladen.Glauben Sie mir, wenn das 2-3 mal im Unterricht gemacht wurde, geht das von ganz alleine.
Eine weitere, etwas komfortablere Möglichkeit des Downloads besteht daran, dass die Lernenden einen sogenannten FTP-Client zu nutzen. Auch diese sind äußerst einfach zu bedienen und stehen zahlreich und kostenfreie im App-Store bereit.
Jetzt können die Lernenden die heruntergeladenen Dateien verwenden.Besonders die PDF-Formulare bieten durch die Formularfelder viel Komfort. Typische PDF-Viewer bieten aber einiges mehr, wie z.B. markieren von Text (Textmarker), Erstellen neuer Textfelder, Zeichenfunktionen, Freihandzeichnen und -schreiben und vieles mehr. Mit Xodo können sogar Fotos, Screenschots, usw. in das PDF integriert werden. Auch Fehler und Ergänzungen können in der Besprechung/Lösungsbesprechung einfach und schnell durchgeführt werden. Weiterhin können die Lernenden bei der Bearbeitung der PDF's auf alle Funktionen und Möglichkeiten ihres Endgerätes zugreifen und verwenden, und unzählige frei verfügbare Apps nutzen. Sollten die Lernenden einen FTP-Client nutzen, besteht jetzt sogar die Möglichkeit die Arbeitsergebnisse, auf das Arbeitsgerät des Lehrenden hochzuladen, sozusagen ein Einsammeln.

weiterlesen Pro / Contra