Wie bei allen anderen Konzepten auch: Wo Licht ist, da ist auch Schatten.

Die Lehrenden

Pro

Es müssen keine Materialien in Papierform aus Ordnern zurechtgelegt und für die Unterrichtsfächer zusammengestellt werden und diese müssen auch nicht zurücksortiert werden.
Da alle Unterrichtsmaterialien digital zur Verfügung stehen.
Da nicht nur auf Kopien verzichtet wird, sondern auch Bücher, Arbeitshefte, ... sowie deren Lösungen digital vorliegen können.
Da der Lehrende sein gesamten Unterricht auf dem mobilen Endgerät nicht nur dabei, sondern auch jederzeit griffbereit hat, entfällt der "Stress" etwas vergessen zu haben.
Da die Lernenden ihre eigenen digitalen Geräte zur Hand haben, kann in vielen Fällen eine EDV-Raum-Reservierung entfallen. Somit muss der Unterricht nicht auf die Verfügbarkeit eines EDV-Raumes abgestimmt werden. Sogar die (teilweise) Durchführung von grundlegendem EDV-Unterricht ist ohne die PCs des EDV-Raumes möglich, wenn man sich vom traditionellen Konzept löst.
Da der Lehrende und die Lernenden die notwendigen Geräte (Technik) selbst bereitstellen, sinkt die Abhängigkeit von der Infrastruktur und Ausstattung der Schule. Dieses kann besonders, wenn die Schultechnik nicht verfügbar oder überraschend nicht einsatzbereit ist, Frust bei Lehrenden und Lernenden vermeiden.
Da keine technische Ausstattung der Schule bzw. Unterrichtsräume notwendig ist, kann der Lernort problemlos verlagert werden. Cafeteria, Forum, Musik-/Kunst/Chemie/Physik-...Räume, Sporthalle, Exkursionsorte und sogar Unterricht im Freien sind möglich.
Es können problemlos und sogar spontan Apps/Software genutzt werden. Das kann beispielsweise sein - Office (Tabellenkalkulation,Textdokumente, Präsentationen), Video- und Audiofunktionen zur Erstellung von schülererstellten Lehrfilmen (fachlich, Doku, Nachrichten, ...) und Audiobeiträgen (Kundengespräch, Radiosendung, ...), Taschenrechner und Mathe-Apps, Chemie (Periodensystem, ...), Apps für Sensorik im Technik- und Physikunterricht, ...
Wenn ich möchte bleibt mein Unterricht so wie er ist - aber jetzt eben digital. Ich muss meinen Unterrichtsstil, meine Planung und meine eigene Art und Weise zu unterrichten nicht ändern, da ich mich keiner technischen oder Software Struktur anpassen muss.
Der Unterricht kann vollständig digitalisiert werden - ein papierloser Unterricht ist möglich! Die verwendeten Arbeitsblätter können "selbst" verteilt und auf dem "eigenem" Arbeitsgerät bleiben oder/und auf Online-Plattformen bereit gestellt werden, sowohl für Präsenzunterricht als auch für HomeSchooling. Auch eine Kombination bzw. Ergänzung mit auf Online-Plattformen erstellten Arbeitsblätter ist möglich. Dadurch bin ich äußerst flexibel in meiner Unterrichtsgestaltung und könnte sogar meine Arbeitsblätter - die PDF-Formulare - wie bisher, ausdrucken und kopieren.

Contra

Es ist schwer festzustellen, ob ein Lernender am Thema arbeitet, oder ob er sich andersweitig mit seinem mobilen Endgerät beschäftigt. Möglicherweise verliert das eigene Smartphone seinen "spielerischen" Reiz, da es nicht mehr verboten ist. In höheren Jahrgängen, z.B. SEK II, BS kann es Vertrauen ausdrücken und die Eigenverantwortung stärken.
Der Aufwand für die einmalige Erstellung und Zusammenstellung der Unterrichtsmaterialien ist größer als bei dem klassischen Unterricht mit Papier. Geht man davon aus, dass die meisten Unterrichtsmaterialien ohnehin digital erstellt werden, ist der Mehraufwand vertretbar, besonders da Änderungen im digital vorliegenden Unterrichtsmaterial i.d.R. komfortabler sind.
Da dieses Konzept auch von den Lehrenden einen sicheren Umgang mit Hard- und Software verlangt, ist eine persönliche Einarbeitung notwendig. Auch die Umstellung, und die damit verbundene eigene Umorganisation von Papier auf digital, erscheint zu Beginn schwierig.

Die Lernenden

Pro

Das tägliche Arbeiten mit einem digitalen Endgerät (Smartphone, Tablet, Laptop, ...) übt den Umgang - Das Nutzen moderner Digitaltechnik gewinnt an Selbstverständlichkeit.
Durch die gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen steigt die Kompetenz und damit das Sicherheitsgefühl und das Selbstvertrauen beim Umgang mit digitalen Systemen.
Das Erlernte am mobilen Endgerät ist größtenteils 1:1 übertragbar auf klassische Desktop-PCs (Ordnerstrukruren, Dateimanagement, Datensicherheit, Textdokumente, Tabellenkalkulation, Präsentationen, ...).
Im Unterricht können flexibel und spontan alle Funktionen des mobilen Endgerätes verwendet werden.
Die Lernenden lernen ihr Endgerät, z.B. das Smartphone von einer ganz anderen Seite kennen. Sie merken, dass das Smartphone im Grunde ein Leistungsfähiger PC ist, den man durchaus für berufliche und private Zwecke verwenden kann.
EDV Unterricht findet praktisch dauerhaft, und nicht nur phasenweise statt.
Die Verlage sind derzeit dabei ihr Angebot zu digitalisieren. Das heißt, viele Schulbücher, Arbeitshefte, ... sind bereits oder werden demnächst digital erhältlich sein. Die Lernednen haben so ihre Unterrichtsmaterialien jederzeit dabei (auch für ungeplanten Vertretungsunterricht) und können diese i.d.R. auch Offline nutzen, also ohne Notwendigkeit von W-LAN oder einer Internetverbindung.

Contra

Das Arbeiten am mobilen Endgerät, kann Lernenden anstrengender erscheinen, da ein Blatt Papier einem weniger abverlangt als das Bedienen eines mobilen Endgerätes.

Die Schule

Pro

Der Papierverbrauch sinkt durch deutliche Reduzierung des Kopierumfanges.
Da dieses Konzept vollständig ohne Internetanbindung auskommt.
Die Auslastung der EDV-Räume sink, da viele klassischen Aktivitäten des EDV-Raumes im normalen Klassenraum stattfinden können.
Mobile-Teaching kommt vollständig ohne technische Austattung (PC, LAN, W-LAN, Internet) der Unterrichtsräume aus.

Contra


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