An dieser Stelle möchte ich typische Gegenargumente und Vorurteile, sowie meine persönliche Meinung dazu, vorstellen, die mir während der Erarbeitung und Umsetzung des Mobile-Teaching begegnet sind.

Der Lehrenden

Zugegeben, ich würde Mobile-Teaching lieber mit Tablets realisieren, aber die habe ich nicht ... noch nicht. Deshalb greife ich derzeit auf das zurück was vorhanden ist, und das sind eben die Smartphones der Lernenden.
Außerdem, viele Lernenden verbringen täglich viel Zeit mit ihrem Smartphone, lesen und schreiben Nachrichten, z.B. Whatsapp, surfen im Internet und schauen sogar Videos ... und das tun wir Lehrenden auch.
Die Lernenden haben auch jetzt schon unterschiedliche Arbeitsmaterialien wie Blöcke, Stifte, Mappen, Lineale usw. Zugegeben, das klingt albern, aber spätestens beim Taschenrechner trifft es zu, und da hinterfragt es auch niemand.
Durch meine Unterrichtserfahrung mit Mobile-Teaching weiß ich, dass jedes Smartphone der Lernenden, unabhängig von Marke, Betriebssystem (Android/IOS) und Kaufpreis geeignet ist, und niemand benachteiligt wird, da er nicht oder nur eingeschrängt am Unterricht teilnehmen kann.
Da ich an einer Berufsschule unterrichte, die Lernenden also auf die Arbeitswelt vorbereite, vertrete ich die Meinung, dass der Umgang mit Tastatur und Co. wichtig ist, da dies in vielen Berufen gefordert wird. Warum also nicht die vielen Vorteile wie Rechtschreib- und Grammatikprüfung, Wortvorschäge oder Diktierfunktion (Sprache zu Text) nutzen und deren Verwendung üben. Ich jedenfalls schreibe deutlich mehr mit Tastatur als mit Hand.
Weiterhin erachte ich es, zumindest bei volljährigen, kurz vor dem Berufseintritt stehenden Lernenden, für sinnvoller, mit Hilfe der vorhandenen Technik, Unzulänglichkeiten in Schriftbild und Rechtschreibung zu kompensieren, bzw. deren Unterstützung bei der eigenen Weiterentwicklung zu nutzen.
In wie weit, und ob, dieses auf andere Schulformen bzw. SEK I und SEK II zutrifft, überlasse ich dem Einzelnen.
Das stimmt.
Ich denke, dass müssen sie auch nicht. Die Lernenden kennen sich relativ gut mit ihren Endgeräten aus ... helfen und unterstützen sich Gegenseitig. Viele grundlegende Probleme sind auf den Geräten gleich oder ähnlich, häufen sich und können mit der Zeit und wachsender Erfahrung auch vom Lehrenden gelöst werden.
Und, es ist keine Schande etwas nicht zu können. Lassen wir uns doch auch einmal von unseren Lernenden unterrichten ... sie machen das gerne und s(S)ie werden es genießen.
Ganz normal auf Papier.
Nur weil ich digital unterrichte, heißt das nicht, dass ich meine Klassenarbeiten nicht wie gewohnt in Papierform schreiben darf. Das gilt übrigens auch für den restlichen Unterricht. Jeder kann Papier und Digital nach eigenem Ermessen kombinieren. Aber die Tatsache, dass ich das Schreiben von Klassenarbeiten nicht digitalisieren will oder kann, sollte kein Argument sein, um die vielen Wochen dazwischen auf digitalen Unterricht verzichten zu müssen.
Zur Info: Es gibt durchaus Tools für digitale Klassenarbeiten wie z.B. Test7, Moodle,...
Schreiben Sie doch einfach einmal online eine digitale Klassenarbeit Beispiel-Klassenarbeit

Der Lernenden

Ist auch nicht nötig, denn Mobile-Teaching funktioniert ohne Internetanbindung.
Mein gesamter digitalisierter Unterricht, notwendige Unterrichtsmaterialien und zahlreiche Videos benötigen ca. 3 GByte Speicherplatz. Bei den Lernenden wird das deutlich weniger sein, und diesen Platz müsste man auf jeder SD-Karte "frei" machen können.
Beispiel: 5 Arbeitsblätter pro Tag * 5 Tage pro Woche * 40 Schulwochen = 1000 Arbeitsblätter pro Schuljahr
Ein typisches PDF hat eine Dateigröße von ca. 300 KB, d.h. der Gesamtspeicherplatz pro Schuljahr liegt bei ca. 300 MB = 0,3 GB.
Gemeinsames Ausrechnen der Stromkosten mit den Lernenden zeigt, dass die jährlichen Stromkosten, bei täglichem und vollständigen Laden, im Bereich weniger Euro liegen. Auch können die Geräte gerne in den Klassenzimmern geladen werden.

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